Leseprobe:

... die Männer schufteten wie Pferde! Als sie meinen fragenden Blick bemerkten, riefen sie mir zu, in ein paar Tagen sei Weihnachten, unsere Pferde würden eintreffen, und der Zaun sei noch nicht fertig. Dies sei ihr Weihnachtsgeschenk für uns. Ich war so gerührt, dass ich meine Tränen beinahe nicht zurückhalten konnte. Nach der ganzen harten Arbeit war dies wie Balsam und so ein ganz klein wenig neues Heimatgefühl stellte sich bei mir ein ...

... konnte ich aus der wilden Schönheit, der Vielfalt und Unberührtheit dieser Natur hier viel Kraft schöpfen. Am Abend, wenn ich total erschöpft vor dem Haus saß, lauschte ich den Geräuschen der Natur und betrachtete den Sternenhimmel. So bald die Dunkelheit hereingebrochen war, begann der Regenwald zu leben ...

... war so eine friedliche Stimmung, dass ich oft alles um mich herum vergaß. Hier war ich der Natur so nah, dass ich manchmal dachte, Schöneres konnte es gar nicht geben ...

... weitere Offiziere sprangen aus einem Jeep und forderten uns nun mit vorgehaltener Maschinenpistole auf, sofort unsere Arbeit zu stoppen. Als sie auch noch angaben, das Material beschlagnahmen zu müssen, geriet ich so in Wut, dass ich ihnen den Sand vor die Füße kippte. So, nun hatte ich das Fass zum Überlaufen gebracht! Wir wurden Beide mit Waffengewalt verhaftet ...

... ihr einziger Kommentar war nur: "no extension". Wir verließen die Immigration mit der Auflage, den nächsten Flug nach Deutschland zu nehmen, und der ging vier Tage später. . . . . . . ich war am Ende. Sollte jetzt alles aus sein, noch bevor es begonnen hatte? So hatte ich mir das Inselleben nicht vorgestellt. Doch jetzt aufzugeben, kam uns überhaupt nicht in den Sinn. Wir würden kämpfen bis zum Letzten ...

... es war noch dunkel, als wir von einem ohrenbetäubenden Knall geweckt wurden. Erschrocken sprangen wir aus den Betten und rannten vors Haus. Unser Bambuszaun brannte lichterloh. Die Flammen loderten so hoch, dass die Äste der alten, hohen Teakbäume, die unser Grundstück säumten sofort Feuer fingen. Unglücklicherweise hatten wir gerade Trockenzeit. Das Gras war trocken wie Heu, weshalb das Feuer sich sofort in Richtung unseres Wohnhauses ausbreitete ...

... war mir klar geworden, wie gefährlich diese Aktion für mich gewesen war. Ich hatte zwar Angst gehabt, am ganzen Körper gezittert, aber ich hatte auch eine riesige Wut. Wie konnte er es wagen, unsere Arbeit zu zerstören. Vermutlich hatte er auch bemerkt, wie grotesk die Situation war, denn dieser Mann war fast zwei Meter groß, drohte mit der Machete und war ganz außer Kontrolle, und da stellte ich mich scheinbar furchtlos vor ihn hin ...

... war ich sehr einsam und verzweifelt. Wo war unser Traum geblieben? In schlaflosen Nächten schlich ich mich oft zu meinem Pferd, um bei ihm Trost zu suchen. Die Nähe und Ruhe des Tieres wirkte auf mich immer wieder beruhigend. Ich wollte kämpfen, wenn es sein musste für uns Beide.

... doch jeden Tag verlor ich diesen Kampf ein wenig mehr ...